SPÖ Niederösterreich

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Pflege darf kein privates Risiko sein

Der Anteil der Menschen, die über 60 Jahre alt sind, wird in Niederösterreich bis zum Jahr 2030 um etwa sechs Prozent steigen. Auch die Zahl hochaltriger Menschen wird sich in den nächsten zehn Jahren überproportional erhöhen.

„Es ist Zeit, dass die verschleppten Probleme rund um die Pflege aus der letzten Regierungsperiode nun endlich angegangen werden. Die jüngsten Erklärungen der neuen Bundesregierung zum Thema Pflege reichen jedoch über Ankündigungen von Einzelmaßnahmen und Überschriften nicht hinaus. Statt eine nachhaltige und zukunftsweisende Lösung zu präsentieren, stand wiederrum mehr die Inszenierung im Mittelpunkt“, betont die stellvertretende Landesparteivorsitzende der SPÖ Niederösterreich, Gesundheits- und Soziallandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig.

„Wer Pflege braucht, muss Pflege bekommen, unabhängig von der eigenen Geldbörse“, skizziert Königsberger-Ludwig das Prinzip des im Dezember 2018 vorgestellten sozialdemokratischen Pflegekonzeptes. Allerdings sei aufgrund der Pläne der neuen Bundesregierung hingegen zu befürchten, meint Königsberger-Ludwig, dass Pflegebedürftige, Angehörige und ArbeitnehmerInnen ordentlich zur Kasse gebeten werden. Speziell die angekündigte Pflegeversicherung werde entweder die Sozialversicherungsbeiträge erhöhen oder gleich eine private Versicherung notwendig machen. „Pflege darf aber kein privates Risiko werden. Eine staatliche Pflegegarantie, die kostenlos Pflege- und Betreuungsleistungen gewährleistet, ist deshalb der bessere Weg“, ist Königsberger-Ludwig überzeugt.

„Auf jeden Fall benötigen wir aber viel mehr ausgebildete Pflegekräfte, um den künftigen Pflegebedarf abdecken zu können. Das angedachte neue Schulmodell wird alleine nicht ausreichen. Es braucht eine echte Kraftanstrengung auch unter Einbindung von Arbeitsmarktmitteln zur Ausbildung und Umschulung von Arbeitssuchenden. Zudem sind bessere Arbeitsbedingungen, höhere Gehälter, kürzere Arbeitszeiten und mehr Zeit für die betreuten Menschen erforderlich. Vor allem in der Hauskrankenpflege, die ein wichtiger Baustein für die Pflege und Betreuung daheim ist, braucht es eine bessere Bezahlung. Nur so werden wir hier ansässige Menschen für den wertvollen Pflegeberuf gewinnen können“, so Königsberger-Ludwig abschließend.